Der Viktoriasee bietet viele Lebensräume. Und so konnten sich in den letzten 12000 Jahren sehr viele Arten entwickeln, die sich auf die verschiedenste Weise ihre Nahrung beschafften. Es gab Fischfresser, Pflanzenfresser, Algenschaber,Garnelen-und Krabbenfresser, Insektenfresser, Pädophagen, Schneckenschäler und Schneckensprenger, Schuppenfresser, Parasitenfresser, Detriusfresser, Phytoplankton- und Zooplanktonfresser.

Als inzwischen ausgestorben gelten neben vielen Arten der anderen Gruppen alle Schuppenfresser, Krabben- und Parasitenfresser, die Fischfresser,die meisten Pädophagen und sehr viele Zooplanktonfresser.

Die Felsenküsten

An den felsigen Küsten leben die artenreichsten Cichlidengesellschaften des Sees. Ähnlich den Mbunas des Malawisees ernährten sich viele Arten von dem was auf den Felsen wächst. Je nach Wassertiefe fand man auf diese Tiefe spezialisierte Arten. Algenschaber fand man nahe der Wasseroberfläche und in lichtärmeren und tieferen Bereichen Arten, die sich von Moostierchen ernährten, die von den Felsen geschabt wurden. Zwischen den Gesteinsformationen und in den Felsspalten jagten Insekten- Krabben- und Fischjäger nach Futter. Die Felsküsten boten aber auch solchen Arten Schutz, die sich rings um die Felsen im offenen Wasser von Plankton ernährten.

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Die Hornkrautwiesen

In den ruhigeren Buchten des Sees findet man Horn- und Nixkrautwiesen, die von epiphytischen Algenschabern bewohnt waren. Sie waren durch ihre besondere Bezahnung in der Lage, Algen von den Pflanzen zu schaben und hielten sie dadurch algenfrei.

Andere ernährten sich von den Pflanzen selbst, wieder andere von den Eiern, die Insekten an den Pflanzen ablegten, andere von deren Larven. Schnecken wurden von Schneckenfressern gefressen. Diese Fischbestände wurden weniger durch den Nilbarsch als durch Überfischung und Umweltveränderungen in Mitleidenschaft gezogen.

Die Sandküsten

An den flachen und steiler abfallenden Sandküsten lebten Insektenfresser und Schneckenfresser. Vor allem die in tieferen Regionen lebenden Arten wurden Opfer des Nilbarsches.

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Die Schlammböden

In vielen Bereichen des Sees ist der Grund schlammig und reicht teilweise bis ins Flachwasser. Hier lebten Schneckenfresser, Zooplanktonfresser, Garnelenfresser und Parasitenfresser. Durch Einwirkung des Nilbarsches starben ganze trophische Gruppen aus.

Das Freiwasser

Im Freiwasser lebten viele Zooplanktonfresser und Fische, die sich von ihnen ernährten. Von diesen haben kaum Arten überlebt.

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Die Fotos stammen von Sylvain Piry.